| 
Es begab sich zu jener Zeit, als noch eine 50er DT, eine
125er TW und ein Roller von Gilera fest zum Bestand gehörten! Mit diesen fuhren
wir, das waren zu der damaligen Zeit Thomas, Olli und Christian, in allerlei
fremde Orte...
Mit diesen oben genannten "Maschinen" wurden natürlich viele Fahrten in die
unterschiedlichsten Gegenden gemacht. Diese Fahrten waren sehr wunderbare
Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst, da sie teilweise unsere
Denkweise grundlegend veränderten, wie sich hier später noch herausstellen
wird.
Ganz besonders möchten wir eine Fahrt im kalten Herbst bei dunkler Nacht nach
Kaiserslautern ansprechen:
Die Beziehung, die man mit der Maschine bei so einer Fahrt einzugehen versucht.
Man möchte sich ganz auf sein Motorrad verlassen können und hofft, dass dieses
einen bei der Heimfahrt wach hält. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen,
dass ein Motorrad dazu fähig ist, jemanden wach zu halten. Denn, wenn man
nachts um 3.00 Uhr auf dem Heimweg ist, dann ist das monotone Surren des Motors,
die Kälte und die Müdigkeit viel stärker als das Motorrad, selbst wenn dieses
noch so sehr versuchen würde, den Fahrer wach zu halten.
Man machte also mancherlei Erfahrung: Zum Beispiel, dass einen das Moped nicht
wach halten kann, wenn man müde ist, sondern dass man stattdessen auf einem
Parkplatz anhält und mitten in der Nacht auf diesem ein paar Runden joggt!
Naja, man wird älter und um manche Erfahrung reicher; und wie man ja weiß, je
älter man wird, desto sesshafter will man sein!
Nach all diesen Strapazen von Fahrten bei Tag und Nacht stellte sich einem
Mitglied der bis dahin eigentlich noch dreiköpfigen Gruppe die Frage, ob dieses
in der Gegend herumfahren überhaupt Sinn macht?
Aber bevor wir weiter fortfahren, müssen wir jetzt erst mal ein paar Vorurteile
aus dem Weg räumen! Natürlich ist Motorradfahren nicht ausschließlich nur die
oben genannte Strapaze.
Diese dient nur dazu, den Leitfaden in dieses grandiose Schriftwerk zu bringen!
Im Gegensatz: Motorradfahren ist eine sehr schöne Sache. Manchmal zwar
anstrengend, aber gleichzeitig auch entspannend.
Außerdem lernt man viele Sachen, die einem im weiteren Leben sehr nützlich sein
können! Wenn man zum Beispiel einmal am Verhungern ist, dann sollte man die
letzten Kräfte dazu mobilisieren, um nach Kaiserslautern zu kommen und dort in
der "Alten Münz" eine (riesige) Portion Pommes (für sehr wenig Geld) essen!
Kurz und knapp: die Kenntnisse über Preis-Leistungsverhältnisse werden durch
Motorradfahren sehr gut ausgeprägt.
Aber nun weiter in der Geschichte.
Wir meinten damals: "Wenn man doch nur so eine kleine Hütte hätte, zu der man
fahren könnte, wenn man mal ein bisschen feiern möchte, wenn man mal ein
bisschen Spaß haben will, wenn man mal eins, zwei Bierchen trinken möchte, wenn
man mal grillen will oder einfach nur so zusammen sitzen möchte!"
Zuerst stand dieser Äußerung Skepsis gegenüber, wohl auch, weil niemand dachte,
dass man irgendwo eine Hütte finden könnte, die man für diesen Zweck nutzen
könnte!
Aber als sich jeder die Idee nochmals durch den Kopf gehen ließen, waren auf
einmal alle voller Begeisterung dabei.
Man fuhr wieder mal mit den Motorrädern durch die Gegend und suchte ein
geeignetes Bauwerk. Zeitweise sprach man sogar davon, eine Hütte irgendwo zu
bauen!
Der Bau einer Hütte fiel aber sofort wieder aus unseren Überlegungen heraus,
weil uns klar wurde, dass man genauso wenig wie man eine Hütte irgendwo findet
ein Grundstück finden würde. Mal davon abgesehen, dass das Projekt Hütte mit so
wenig Geldaufwand wie möglich über die Bühne gehen sollte.
Nachdem wir dann eine Hütte "besichtigt" hatten (Die Mitglieder wissen, was
gemeint ist), wir eigentlich sinnlos in der Gegend herumgefahren sind, um
irgendwo eine Hütte zu finden und uns sogar ein geisteskranker Bauer, den wir
hier namentlich nicht erwähnen möchten, mit einem Traktor im Leerlauf bergab gejagt
hat, gaben wir alle Hoffnungen auf, irgendwann einmal eine solche Hütte zu
besitzen.
Doch ein paar Tage später nur bekam Thomas einen Geistesblitz! Er meinte: "Irgendjemand
aus der Verwandtschaft hat doch so eine Hütte, die hat er verpachtet an
jemanden aus Oberhausen, aber der macht da soweit ich weiß nichts mehr!"
Das war also der Beginn: Schnell wurde alles geregelt. Der Oberhausener, der
die Hütte, obwohl Oberhausen, wir sprechen hier vom schönen Oberhausen an der
Nahe und nicht von der "Ruhrpott-Metropole", nicht weit entfernt ist, verkommen
ließ wurde mittels Bombendrohungen und polizeilicher Gewalt gezwungen, das
Gelände zu verlassen und den Schlüssel herauszugeben. Die Verwandtschaft von
Thomas wurde mit veruntreutem Geld, welches wir noch von den billigen Pommes
aus Kaiserslautern übrig hatten und auf Schweizer Schwarzkonten gewinnbringend
angelegt hatten, zufrieden gestellt. Und schnell hatte man auch noch drei Leute
(Andy, Matthias, Martin) gefunden, die uns fest zusagten, das völlig
zugewucherte Gelände zu erkunden und auf diesem erst einmal die Hütte zu
finden.
Natürlich schickten wir Martin vor, damit er die Bärenfallen die sich dort zu
Hauf finden ließen, entschärfen konnte. Er hat ja bekanntlich mit diesen auch
auf dem Nachhauseweg zu kämpfen, also schon Erfahrung mit diesen
Errungenschaften der Technik.
Dann kam der Tag, als wir die Hütte zum ersten Mal sehen sollten! Nachdem wir
die Bäume, Sträucher und alles andere Wildwuchernde zurückgeschnitten hatten
und wir die wilden Tiere in den Wald zurückgetrieben hatten, wussten alle, dass
das eine Freundschaft fürs Leben werden würde! Doch als wir an der Hütte
ankamen, sahen wir, dass unser zukünftiger Freund schwer verletzt war - kurz:
die Hütte war höchst renovierungsbedürftig - und es gab direkt Zweifel an der
noch so jungen Freundschaft!
Zunächst verschaffte man sich erst einmal Zugang zu den inneren Organen. Und
wir mussten mit Bedauern feststellen, dass unser neuer Freund noch schwerer
verletzt war, als wir es von außen annahmen.
Konkret gesagt:
Der Putz der Wände war heruntergefallen und lag auf dem Boden, ein Fenster war
samt dem Klappladen kaputt, die Terrasse war schlecht gewartet und weil dort
die tragenden Teile fehlten, drohte diese samt dem Zaun abzurutschen,... also
eigentlich ein großes Chaos!
Bis heute sind jetzt schon viele kleine und große Reparaturarbeiten an der
Hütte gelaufen.
Mehr oder weniger gemeinschaftlich wurden die Innen- und teilweise die
Außenwände verputzt, ein Zaun repariert und einer aufgebaut, eine Mauer am Hang
hochgezogen, die Innenwände angestrichen, die Terrasse wieder ins Lot gebracht,
Klappläden inklusive Fenster repariert, Strom verlegt und die Hütte halbwegs
wohnlich eingerichtet...
Anfangs hatten wir erst Probleme mit der Stromversorgung, da wir ein Aggregat
aus dem Jahr - wirklich keine Lüge - 1951 hatten, was der Versuchung nicht
widerstehen konnte, einfach kaputt zu gehen! Aber man kann es ihm auch nicht
übel nehmen, denn wir alle werden älter, Menschen und Maschinen. Und man kennt
es ja von sich: Manchmal will man und kann nicht und manchmal kann man, wo man
gar nicht will! Von daher einigen wir uns bei dem Störfall mit dem Aggregat
einfach darauf, dass es eine Mischung aus Prostata und Bettnässe war.
Mittels eines ersteigerten Aggregats, was wir zu Spottpreisen im Internet bei
Ebay bekamen, kann unsere Hütte nun sogar beheizt, beleuchtet, bewohnt,
beschallt, be..., be..., aber das Wichtigste, man kann jetzt auch im Winter bei
Licht und angenehmer Temperatur einen köstlich duftenden Hopfen-Malz-Trunk zu
sich nehmen!
Unsere Hütte ist mittlerweile ein guter Freund geworden! Aber erst viel später
ist uns aufgefallen, was in der heutigen Zeit auch kein Wunder ist, da man sich
ja nur noch mit "Ey" anspricht, dass unser Freund überhaupt keinen Namen hat!
Doch glücklicher Weise haben wir einige EBM-Fans unter uns! Von daher liegt es
nahe, dass man unseren Freund nach einem Lied von :Wumpscut:, Bunkertor 7
nannte!
Naja, der Name unserer kleinen Gruppe ist nun, wie man ja auch schon auf der
Homepage vernehmen konnte, "Die Schwaadlabbe"...
Nun hatte man also einen Namen! Dieser musste jetzt vermarktet werden. Nur wie?
Wir entschieden uns beim Odernheimer Kerweturnier 2002 teilzunehmen. Damit die
Vermarktung professionell erschien, bestellten wir uns modisch korrekte
T-Shirts mit einem großen "Superman-S" darauf und bedruckten sie mit unseren
Namen. Sie sollten den Zusammenhalt in der Gruppe darstellen.
Wir bestritten also dieses Turnier bei menschenwidrigen Verhältnissen auf einem
völlig nassen und durchgeweichten Platz, bei eisiger Kälte und gegen viel zu
gute Gegner. Motiviert wurden wir einzig und allein durch das schöne
Gerstengebräu, was beim Anstoß und nach den Spielen auf uns wartete. Natürlich
war es auch der Spaß, der uns immer wieder zum Spielen trieb. Und am Ende
erreichten wir einen mehr als erfolgreichen 8. Platz (von 10). Und es war
wirklich ein erfolgreicher Platz, denn - wie wir finden waren wir neben den
"Girls United" - die Mannschaft, die das Turnier am meisten mit Humor nahm und
nicht so verbissen an die Sache ging. Denn bei einem Spaßturnier sollte dieser
auch im Vordergrund stehen.
Nach den relativ erfolglosen Fußballturnieren am Dorffest
zu Staudernheim und der Kerb in Odernheim im Jahre des Herrn 2003 entschieden wir uns, mit dem
Fußball spielen aufzuhören, da dieser Sport nicht wirklich was für uns ist.
Im Jahr 2004 stießen noch Björn und Jens zu uns, die auch
dem "Harten Kern" (bestehend aus Björn, Matze, Olli, Jens und Thomas) der
Schwaadlabbe angehören.
Mittlerweile könnte man sagen, dass sich unsere
Organisation zu einem kleinen Motorradclub entwickelt hat. Denn das
Dummgeschwätz, das fast jedes Wochenende an unserer Hütte abgehalten wird,
bezieht sich doch häufig auf unser gemeinsames Haupthobby, dem Motorradfahren.
Dies wird dann sogar noch untergliedert in Enduro, Moto-Cross und Supermoto.
Aber natürlich sind auch Leute in/an unserem Anwesen
willkommen, die nichts mit dem Motorradfahren zu tun haben. Dieses Angebot wird
auch von einigen "Stammgästen" Woche für
Woche angenommen.
Ansonsten unternehmen wir noch Ausflüge mit den
Motorrädern in unserer heimischen Botanik und den Cross-Strecken in unserer
Region, zu der mittlerweile sogar schon Frankreich gehört. Alle weiteren
Aktivitäten können in der Bilder-Sektion begutachtet werden.
Wahrscheinlich sind jetzt alle während dem Lesen entkräftet zusammengebrochen
und wir haben eine Klage am Hals.... :-)
| |